Alfred Miller

 
Ein Fixstern am Innsbrucker Haubenhimmel ist das Schöneck am Weg zum Alpenzoo. Das späte Karrierekunststück des 1948 in München geborenen, mit seinen Eltern dann bald nach Tirol gekommenen Alfred Miller. Nach Lern- und Wanderjahren in Spanien, Schweden und der Schweiz und 13 Jahren Würsteln in der Kantine im alten Fußballstadion Tivoli wollte er es noch einmal genau wissen.

Er übernahm 2001 das ehemalige Studentenlokal, renovierte es fast ein Jahr lang und bekam schon im nächsten Jahr – ganz unerwartet – die Gault Millau-Haube. Heute hat er die zweite, und solange es den Österreich-Michelin gab, war er diesem immer einen Stern wert. Der Charme der ehemaligen kaiserlichen Jagdresidenz in der Weiherburggasse wurde mit viel Liebe zum Detail erhalten. Der Blick aus den Fenstern der hölzernen Veranda, dem Schmuckstück des Wirtshauses, auf die Dächer von Innsbruck ist einmalig.

Und die Küche kann damit locker mithalten. Besonders gefällt die Nose-to-tail-Philosophie des Chefs: weggeworfen wird nichts, alles wird verarbeitet. Natürlich auch die Innereien, die derzeit – gottseidank! – eine Renaissance erleben. Über Millers Gerichte wird oft gesagt, dass sie den Tick intensiver und vollmundiger schmecken als anderswo. Und er verrät gern sein Geheimnis (auch in seinem jüngst erschienen Kochbuch “Für Freunde kochen”), es sind die selbst verfertigten Saucen, Suppen und Fonds, die den Unterschied machen.